Kontakt:
Land Niederösterreich
Abt. Gesamtverkehr
Ing. Christian Hofecker
Landhausplatz 1
A-3109 St. Pölten
Tel.: +43 2742 900514047
christian.hofecker@noel.gv.at

Projektbegleitung:
Mag. Michael Praschl
Thaliastraße 97/2
A-1160 Wien
Tel.: +43 1 494 80 60
praschl@aon.at
www.vsicher.at

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Kurzbeschreibung "Verkehrsparen Langenlois"

English
 
Verkehrspargemeinden setzen auf das Motto "Gute Ideen statt hohe Kosten" und realisieren Schritt für Schritt bewusstseinsbildende und angebotsverbessernde Maßnahmen in den verschiedensten Bereichen. Ziel ist die 
freiwillige Vermeidung jener Autofahrten, die mühelos durch umweltfreundlichere Fortbewegungsarten ersetzt werden können. Aus vielen kleinen Einsparungen ergibt sich in Summe ein beträchtlicher Erfolg und ein nachhaltiger Umdenkprozess in der Gemeinde.
Im Jahr 1997 wurde im Niederösterreichischen Landesverkehrskonzept das Projekt "Verkehrspargemeinde" vorgestellt. Die Idee, Gemeinden verstärkt zur Lösung der Verkehrsprobleme einzubinden und dabei insbesondere auf Bewusstseinsbildung zu setzen, fand in der Stadtgemeinde Langenlois großen Zuspruch. Schließlich wurde Langenlois als "Modellgemeinde" für jene 95% der niederösterreichischen Orte ausgewählt, die weniger als 7.000 Einwohner haben. 

Im Projektzeitraum (1999 bis 2002) wurden durch bewusstseinsbildende Maßnahmen sanfte Mobilitätsformen schmackhaft gemacht und die Vorteile für den Einzelnen und für die Allgemeinheit verdeutlicht. Im "Verkehrsparhandbuch" werden alle Maßnahmen so dargestellt, dass sie von anderen Gemeinden leicht übernommen werden können. Die Auswirkungen des Projektes wurden durch Befragungen und Verkehrszählungen genau analysiert.

Das Projekt wurde bisher mit folgenden Preisen ausgezeichnet:

  • Mobilitätspreis 1999 "Gut angekommen"
  • Preis des Wettbewerbes "Lokale Agenda 21" mit dem Projekt "Nahkaufinitiative & Einkaufen mit dem Rad"
  • Sonderpreis für den Europaweiten Autofreien Tag 2000
  • Auswahl als Best Practice - Projekt der OECD im Jahr 2000
  • Nominierung zum "NÖ-Meilenstein-Zukunftspreis" im Jahr 2002
Merkmale des Projektes:
  • Die Förderung der lokalen Wirtschaft war/ist ein gleichrangiges Ziel. Eine attraktive Einkaufs- & Freizeitinfrastruktur sowie möglichst viele lokale Arbeitsplätze sind Grundvoraussetzungen des Verkehrsparens.
  • Die Motivation zum Verkehrsparen stand/steht im Vordergrund ("Verkehrsparen beginnt im Kopf!"). Im Rahmen der ersten Zwischenerhebung (Ende 1999) stimmten 34% der Bevölkerung (Autofahrer: 44%!) der Aussage zu, dass es auch ohne "Zwang" (d.h. ohne neue Vorschriften) möglich ist, eine umweltfreundliche Verkehrsmittelwahl zu erreichen. 
  • Sowohl die Projektorganisation als auch die Motivationsstrategien waren/sind auf eine nachhaltige Wirkung ausgelegt. "Verkehrsparen" blieb auch nach dem Projektzeitraum ein wesentlicher Bestandteil des Leitbildes der Gemeinde.
  • Es gab/gibt keine Restriktionen für Autofahrer. 
  • Die einzelnen Maßnahmen durften keine hohen Kosten verursachen, da sie von anderen Gemeinden leicht nachvollziehbar sein sollten. Motto: "Gute Ideen statt hohe Kosten".
Maßnahmenbeispiele:

Das Langenloiser Projektteam „Verkehrsparen“ realisierte bisher gemeinsam mit den Projektbetreuern DI Petra Völkl und Mag. Michael Praschl folgende Maßnahmen:

  • Monatliche Tagungen des Verkehrspar-Projektteams zur Entwicklung und Durchführung der einzelnen Maßnahmen und zur generellen Verankerung des Verkehrsparens in der Arbeit der Gemeinde. (1999 bis 2002)
  • Aktion "Radfahrer werden geblitzt": Aus 70 monatlich zufällig fotografierten Radfahrern wird ein Radfahrer des Monats gezogen und erhält einen Einkaufsgutschein im Wert von ÖS 500.- (€ 36) (1999 bis 2002)
  • Jährliche Ideenwettbewerbe: bisherige Themen: „Förderung des Radfahrens“, „Werbeplakat für das Zu-Fuß-Gehen“, "Einkaufen im Ort", „Betriebliches & schulisches Verkehrsparen“ (1999 bis 2002)
  • Regelmäßige Verkehrspar-Artikel in der Gemeindezeitung, starke Medienpräsenz in Lokalzeitungen (1999 bis 2002)
  • Nahkaufinitiative & Einkaufen mit dem Rad: Gemeinsame Werbeaktion der Langenloiser Wirtschaft + spezielles Bonussystem für das Einkaufen mit dem Rad. (2001)
  • Aktion "Zu Fuß": Die Langenloiser Ärzte stellen Rezepte für flotte Fußmärsche aus. (2001, Neuauflage mit Plakaten und Transparenten im Jahr 2002)
  • Aktion "Verkehrsparen-Mitfahren" in Schiltern: Zusteige-Mitnahme-System mit Rückfahrgarantie durch ein Anruf-Sammel-Taxi (AST). (2001, 2002)
  • Montage attraktiver Radständer im Ortszentrum (2001 und 2002)
  • Langenloiser Verkehrsparbroschüre (1. Auflage: Frühjahr 1999, 2. Auflage: Sommer 2002), Verteilung an alle Haushalte
  • Teilnahme am Europaweiten Autofreien Tag & erster Biodiesel-Tag Österreichs (2000)
  • Projekt "Langenlois testet Elektroräder": 33 Langenloiser testeten jeweils 14 Tage lang Elektroräder. Dadurch kamen viele auf den Geschmack, gerenell wieder mehr mit dem Rad (auch ohne Motor) zu fahren (2000)
  • Aktion "Gratis Radservice": Vergabe von 60 Gutscheinen für ein Radservice bzw. zur Mobilisierung älterer Räder. (2000 und 2002)
  • Initiative "In die Schule mit dem Rad": Motivation der Lehrer, für die Fahrt zur Schule vermehrt das Rad zu verwenden. (2000)
  • Verkehrsparkongresse (1999, 2000, 2002)
  • Jährliche Verkehrsparfeste im Frühjahr (1999, 2000, 2001: Verkehrspar- und Nahkauftag)
  • Eröffnung und Beschilderung der Grünen Achse: Die Grüne Achse ist eine 6km lange, verkehrsberuhigte Verbindung durch den ganzen Ort, ideal für Radfahrer. (1999)
  • Kongress zum Thema "Fußgänger" (2000)
  • Betriebliches Verkehrsparen: Entwicklung von Verkehrsparmaßnahmen in Betrieben bzw. Organisationen unter Beteiligung der Mitarbeiter (2002): Raiba-Langenlois, Sparkasse-Langenlois, Landesberufsschule Bau, Stadtgemeinde
  • Schulisches Verkehrsparen: Arbeiten mit Schülern („Mobilitätserziehung“) und Lehrern („umweltbewusste Zurücklegung der Arbeitsweges) (2002)
Erfolgsmessung:

Das Modellprojekt wurde nun von einem unabhängigen Verkehrsplanungsinstitut (Dr. Max Herry) genau unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse wurden erstmals beim Kongress „4 Jahre Modellprojekt Verkehrsparen Langenlois“ am 28.11.2002 präsentiert: 

  • Im Zuge des vierjährigen Modellprojektes konnte der Anteil der Autofahrten an allen Wegen der Bevölkerung ab 18 Jahre von 63% auf 54% gesenkt werden. Der Anteil der Radfahrten stieg hingegen von 3% auf 14%. Die als Pkw-Lenker erbrachte Verkehrsleistung – d.h. die mit dem Pkw zurückgelegten Entfernung – der Langenloiser Bevölkerung ging um rund 4% zurück. Legten die Langenloiser 1998 noch insgesamt 158.000 km pro Werktag mit dem Auto zurück, so waren es im Jahr 2002 nur mehr 152.000 km. Der CO2-Ausstoss konnte von 33 Tonnen auf 31 Tonnen pro Werktag vermindert werden.
Projektfinanzierung: Durchführung der Befragungen und Verkehrszählungen:


Unser Motto:

Verkehrsparen - aber nur wenn es leicht geht!
Es geht nämlich erstaunlich oft wirklich leicht
und macht sogar Spaß!

Weiterführende Informationen: www.vspar.at