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Mobile Tempoanzeige


 

In Langenlois wird seit dem Sommer 2000 an wechselnden Standorten eine mobile Tempoanzeige (MTA) eingesetzt.


Im Herbst 2000 wurde eine Studie über die Auswirkungen dieser MTA durchgeführt.


Ziele der niederösterreichweiten Aktion "Mobile Tempoanzeige"

Das Ziel dieser Aktion ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit vor allem im untergeordneten Straßennetz im Ortsgebiet. Obwohl im übergeordneten Straßennetz ein Rückgang der Unfälle mit Personenschaden zu beobachten war, gab es im untergeordneten Netz Steigerungen. Überhöhte Fahrgeschwindigkeit bleibt die Hauptunfallursache. Im Ortsgebiet sind vor allem Fußgänger und Radfahrer von den Unfallfolgen betroffen. Eine flächendeckende Überwachung durch die Exekutive ist jedoch nicht möglich. Daher wird durch diese Aktion an die Kraftfahrzeuglenker appelliert im Rahmen der Eigenverantwortung die Geschwindigkeit zu kontrollieren und gegebenenfalls zu reduzieren. Daher erhofft sich das Land Niederösterreich gerade in kleinen Orten beziehungsweise in Siedlungsgebieten durch die soziale Kontrolle besonders hohe Erfolge. Neben der Erhöhung der Verkehrssicherheit werden weitere positive Effekte erwartet, weil eine Reduktion der Fahrgeschwindigkeit auch eine Verringerung der Lärmbelastung für die Bewohner bedeutet: zum Beispiel 30 km/h statt 50 km/h bedeutet eine Lärmverringerung von 3 bis 4 dbA.

Akzeptanz und Nutzen

Eine in Niederösterreich durchgeführte Wirksamkeitsuntersuchung von mobilen Tempoanzeigen hat eine hohe Akzeptanz der Fahrzeuglenker gezeigt. 90 Prozent der Lenker finden, dass mobile Tempoanzeigen geschwindigkeitsvermindernde Wirkung haben. Die meisten Lenker sind sich der gefahrenen Geschwindigkeit gar nicht bewusst und begrüßen daher diese Art der Erinnerung. Etwa ein Drittel meint, dass auf eine mobile Tempoanzeige eine Kontrolle durch die Exekutive folgt. Ebenso rund einem Drittel der Befragten ist das öffentliche Aufzeigen ihrer Fahrgeschwindigkeit unangenehm, besonders wenn sie im betreffenden Straßenbereich bekannt sind. All dies bewirkt eine tatsächliche Geschwindigkeitsreduktion von 3-4 km/h im Bereich bis zu 100 m vor und nach der Tempoanzeige. Ein weiterer Zusatznutzen liegt in der automatischen Datenaufzeichnung durch die Geräte. Der Bedarf an Verkehrsdaten nimmt stetig zu. Häufig gestellte Fragen sind: "Wie viele Fahrzeuge fahren pro Tag durch eine Straße ?", "Wie viele LKW fahren ?" oder "Wie schnell wird denn wirklich gefahren ?" Alle mobilen Tempoanzeigen haben daher auch ein Datenerfassungsgerät eingebaut um diese Fragen objektiv beantworten zu können. Es handelt sich nicht um genau erhobene Zahlen, aber zur Beantwortung der meisten Fragen kann das Auslangen gefunden werden. Auf jeden Fall kann festgestellt werden, ob eine kostenintensive exakte Verkehrserhebung durchgeführt werden muss. Die auf diese Weise erfassten Daten werden fachgerecht aufbereitet und können bereits nach einer Woche im Internet abgerufen werden.

Link zur NÖ-Initiative "Mobile Tempoanzeigen": http://www.noe.gv.at/service/ru/ru7/verkehrssicherheit/schutzengel/default.htm

Link zur Information über die MTA (Bestell-/Ausleih-Info): http://www.noe.gv.at/service/ru/ru7/verkehrssicherheit/schutzengel/info_login.htm

Link zur Ergebnis-Liste der Wirkungsmessung der MTA in anderen NÖ-Gemeinden: http://www01.noel.gv.at/scripts/ru/ru7/verkehrssicherheit/schutzengel/ergebnisse/default.asp

STUDIE: WIRKUNG DER MOBILEN TEMPOANZEIGE IN LANGENLOIS

Problem: überhöhte Geschwindigkeit

Eines der größten Probleme auf Österreichs Straßen stellt die überhöhte Geschwindigkeit dar. Rund 60% der AutolenkerInnen halten sich nicht an Tempo 50 im Ortsgebiet, ca. 80% der AutolenkerInnen ingnorieren das Geschwindigkeitslimit in Tempo-30 Bereichen.

Mobile Tempoanzeige "verrät" Verkehrssünder

Im Rahmen einer Aktionswoche wurde der Einsatz der mobilen Tempo-Anzeige als bewusstseinsbildende Maßnahme zur Dämpfung der Fahrgeschwindigkeiten wissenschaftlich begleitet. Die MTA führt dem Kfz-Lenker und anderen Personen in der näheren Umgebung der Mess-Anlage die Fahrgeschwindigkeit deutlich vor Augen. Den AutofahrerInnen wird somit die Anonymität (die bei z.B. einer Radaranlage vorhanden ist) genommen, jeder in der Umgebung der MTA kann die Übertretung der erlaubten Geschwindigkeit beobachten. Somit wird unmittelbar an das Gewissen der "Verkehrssünder" appelliert.

Sieben Standorte für die MTA

Für diese Untersuchung in der Marktgemeinde Langenlois innerhalb des Ortsgebiets wurden sieben Standorte ausgewählt:

  • Hauptstraße (Katastralgemeinde Gobelsburg; L 55 km 2,160)
  • Kremser Straße (Stadtgemeinde Langenlois; vor Hausnummer 9)
  • Kargelstraße (Katastralgemeinde Schiltern; L 44 km 4,200)
  • Hauptstraße (Katastralgemeinde Reith; L 44 km 7,100))
  • Bahnstraße (Stadtgemeinde Langenlois; vor Kreuzung mit F.-Josef Straße)
  • Einmündung Schönberger Straße (Katastralgemeinde Zöbing; B 34km 17,100)
  • Gföhlerstraße (Stadtgemeinde Langenlois; L 55 km 6,200)

Messung der Wirkung und Nachhaltigkeit

Um festzustellen, ob die Geschwindigkeitsanzeige als "bewusstseinsbildende" Maßnahme das Fahrverhalten bzw. die Fahrgeschwindigkeiten der AutolenkerInnen kurzfristig und nachhaltig beeinflusst, wurden mittels einer geeichten Radarpistole auch verdeckte Geschwindigkeitsmessungen unmittelbar vor und nach dem Einsatz der mobilen Tempo-Anzeige durchgeführt. Nach 3 Wochen erfolgte eine weitere Mess-Serie, um die Nachhaltigkeit zu überprüfen.

Ergebnisse der Studie

Der Vergleich der einzelnen Mess-Serien zeigt für alle fünf Standorte ein deutlich niedrigeres Geschwindigkeitsniveau während des Einsatzes der mobilen Tempo-Anzeige. Die durchschnittliche Geschwindigkeit sinken während des Einsatzes der MTA an alles Mess-Stellen um rund 3-4 km/h. Ungefähr 100m nach dem Aufstellort der mobilen Tempo-Anzeige ergibt sich eine durchschnittliche Pkw-Geschwindigkeit von 45,2 km/h. Die Vergleichsmessung (vor dem Einsatz der MTA) haben für dieselben Örtlichkeiten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,6 km/h ergeben.Mit Hilfe einiger statistischer Tests wurde nachgewiesen, dass der beobachtete Unterschied der durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeiten ohne und mit Einsatz der mobilen Tempo-Anzeige signifikant ist.

Der Einsatz der MTA führt also nachweislich zu einer Dämpfung der Fahrgeschwindigkeiten - allerdings nur auf die Dauer des Einsatzes. Es sind also auch andere Maßnahmen, die das überzogenen Geschwindigkeitsniveau in Langenlois dämpfen, aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes zu empfehlen.

Ergebnisse der Befragung

Im Rahmen der Verkehrssicherheitswoche "Verkehrssicheres Kamptal" wurden Befragungen zu den Themen "Verkehrsgeschwindigkeit allgemein", "persönliche Geschwindigkeit" und "mobile Tempoanzeige" durchgeführt.

Von den befragten Personen haben zwei Drittel das vorgeschriebene Tempolimit eingehalten. Fast alle Personen (90%) sind der Meinung, dass mobile Tempoanzeigen Autofahrer dazu bewergen, langsamer zu fahren. Als wichtigste Gründe werden "Aufzeigen der eigenen Geschwindigkeit", Angst vor Radarkontrolle" und "soziale Kontrolle" genannt.

Als Gründen nach der Frage, warum Tempoanzeigen die positive Wirkung verfehlen könnten, nannten die Befragten vor allem "Ignoranz / Nichtbeachtung" und "keine strafrechtliche Verfolgung".

Die strenge Kontrolle der Tempolimits in Österreich wollen knapp 61% der Befragten. Die derzeitigen Tempolimits werden von den befragten Personen im Durchschnitt als angemessen empfunden. Abweichungen gab es bei Frage nach einem niedrigeren Tempolimit im Ortsgebiet: 20% der Befragten sprachen sich für Tempo-40 aus. Außerdem plädierten 17% der befragten Personen für 150 km/h auf der Autobahn und weitere 10% für keine Geschwindigkeitsbegrenzung.