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Ziele
der niederösterreichweiten Aktion "Mobile Tempoanzeige"
Das Ziel
dieser Aktion ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit vor allem
im untergeordneten Straßennetz im Ortsgebiet. Obwohl im übergeordneten
Straßennetz ein Rückgang der Unfälle mit Personenschaden
zu beobachten war, gab es im untergeordneten Netz Steigerungen.
Überhöhte Fahrgeschwindigkeit bleibt die Hauptunfallursache. Im
Ortsgebiet sind vor allem Fußgänger und Radfahrer von den Unfallfolgen
betroffen. Eine flächendeckende Überwachung durch die Exekutive
ist jedoch nicht möglich. Daher wird durch diese Aktion an die
Kraftfahrzeuglenker appelliert im Rahmen der Eigenverantwortung
die Geschwindigkeit zu kontrollieren und gegebenenfalls zu reduzieren.
Daher erhofft sich das Land Niederösterreich gerade in kleinen
Orten beziehungsweise in Siedlungsgebieten durch die soziale Kontrolle
besonders hohe Erfolge. Neben der Erhöhung der Verkehrssicherheit
werden weitere positive Effekte erwartet, weil eine Reduktion
der Fahrgeschwindigkeit auch eine Verringerung der Lärmbelastung
für die Bewohner bedeutet: zum Beispiel 30 km/h statt 50 km/h
bedeutet eine Lärmverringerung von 3 bis 4 dbA.
Akzeptanz
und Nutzen
Eine in Niederösterreich
durchgeführte Wirksamkeitsuntersuchung von mobilen Tempoanzeigen
hat eine hohe Akzeptanz der Fahrzeuglenker gezeigt. 90 Prozent
der Lenker finden, dass mobile Tempoanzeigen geschwindigkeitsvermindernde
Wirkung haben. Die meisten Lenker sind sich der gefahrenen Geschwindigkeit
gar nicht bewusst und begrüßen daher diese Art der Erinnerung.
Etwa ein Drittel meint, dass auf eine mobile Tempoanzeige eine
Kontrolle durch die Exekutive folgt. Ebenso rund einem Drittel
der Befragten ist das öffentliche Aufzeigen ihrer Fahrgeschwindigkeit
unangenehm, besonders wenn sie im betreffenden Straßenbereich
bekannt sind. All dies bewirkt eine tatsächliche Geschwindigkeitsreduktion
von 3-4 km/h im Bereich bis zu 100 m vor und nach der Tempoanzeige.
Ein weiterer Zusatznutzen liegt in der automatischen Datenaufzeichnung
durch die Geräte. Der Bedarf an Verkehrsdaten nimmt stetig zu.
Häufig gestellte Fragen sind: "Wie viele Fahrzeuge fahren pro
Tag durch eine Straße ?", "Wie viele LKW fahren ?" oder "Wie schnell
wird denn wirklich gefahren ?" Alle mobilen Tempoanzeigen haben
daher auch ein Datenerfassungsgerät eingebaut um diese Fragen
objektiv beantworten zu können. Es handelt sich nicht um genau
erhobene Zahlen, aber zur Beantwortung der meisten Fragen kann
das Auslangen gefunden werden. Auf jeden Fall kann festgestellt
werden, ob eine kostenintensive exakte Verkehrserhebung durchgeführt
werden muss. Die auf diese Weise erfassten Daten werden fachgerecht
aufbereitet und können bereits nach einer Woche im Internet abgerufen
werden.
Link zur
NÖ-Initiative "Mobile Tempoanzeigen": http://www.noe.gv.at/service/ru/ru7/verkehrssicherheit/schutzengel/default.htm
Link zur
Information über die MTA (Bestell-/Ausleih-Info): http://www.noe.gv.at/service/ru/ru7/verkehrssicherheit/schutzengel/info_login.htm
Link zur
Ergebnis-Liste der Wirkungsmessung der MTA in anderen NÖ-Gemeinden:
http://www01.noel.gv.at/scripts/ru/ru7/verkehrssicherheit/schutzengel/ergebnisse/default.asp
STUDIE:
WIRKUNG DER MOBILEN TEMPOANZEIGE IN LANGENLOIS
Problem: überhöhte Geschwindigkeit
Eines der größten
Probleme auf Österreichs Straßen stellt die überhöhte
Geschwindigkeit dar. Rund 60% der AutolenkerInnen halten sich
nicht an Tempo 50 im Ortsgebiet, ca. 80% der AutolenkerInnen
ingnorieren das Geschwindigkeitslimit in Tempo-30 Bereichen.
Mobile
Tempoanzeige "verrät" Verkehrssünder
Im Rahmen einer Aktionswoche
wurde der Einsatz der mobilen Tempo-Anzeige als bewusstseinsbildende
Maßnahme zur Dämpfung der Fahrgeschwindigkeiten
wissenschaftlich begleitet. Die MTA führt dem Kfz-Lenker
und anderen Personen in der näheren Umgebung der Mess-Anlage
die Fahrgeschwindigkeit deutlich vor Augen. Den
AutofahrerInnen
wird somit die Anonymität
(die bei z.B. einer Radaranlage vorhanden ist) genommen,
jeder in der Umgebung der MTA kann die Übertretung der erlaubten
Geschwindigkeit beobachten. Somit wird unmittelbar an das Gewissen
der "Verkehrssünder" appelliert.
Sieben Standorte für die MTA
Für diese Untersuchung
in der Marktgemeinde Langenlois innerhalb des Ortsgebiets wurden
sieben Standorte ausgewählt:
- Hauptstraße
(Katastralgemeinde Gobelsburg; L 55 km 2,160)
- Kremser
Straße (Stadtgemeinde Langenlois; vor Hausnummer 9)
- Kargelstraße
(Katastralgemeinde Schiltern; L 44 km 4,200)
- Hauptstraße
(Katastralgemeinde Reith; L 44 km 7,100))
- Bahnstraße
(Stadtgemeinde Langenlois; vor Kreuzung mit F.-Josef Straße)
- Einmündung
Schönberger Straße (Katastralgemeinde Zöbing;
B 34km 17,100)
- Gföhlerstraße
(Stadtgemeinde Langenlois; L 55 km 6,200)
Messung
der Wirkung und Nachhaltigkeit
Um festzustellen, ob die
Geschwindigkeitsanzeige als "bewusstseinsbildende" Maßnahme
das Fahrverhalten bzw. die Fahrgeschwindigkeiten der AutolenkerInnen
kurzfristig und nachhaltig beeinflusst, wurden mittels einer geeichten
Radarpistole auch verdeckte Geschwindigkeitsmessungen unmittelbar
vor und nach dem Einsatz der mobilen Tempo-Anzeige durchgeführt.
Nach 3 Wochen erfolgte eine weitere Mess-Serie, um die Nachhaltigkeit
zu überprüfen.
Ergebnisse
der Studie
Der Vergleich der
einzelnen Mess-Serien zeigt für alle fünf Standorte
ein deutlich niedrigeres Geschwindigkeitsniveau während
des Einsatzes der mobilen Tempo-Anzeige. Die
durchschnittliche Geschwindigkeit sinken während des Einsatzes
der MTA an alles Mess-Stellen um rund 3-4 km/h. Ungefähr
100m nach dem Aufstellort der mobilen Tempo-Anzeige ergibt sich
eine durchschnittliche Pkw-Geschwindigkeit von 45,2 km/h. Die
Vergleichsmessung (vor dem Einsatz der MTA) haben für dieselben
Örtlichkeiten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,6
km/h ergeben.Mit Hilfe einiger statistischer Tests wurde nachgewiesen,
dass der beobachtete Unterschied der durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeiten
ohne und mit Einsatz der mobilen Tempo-Anzeige signifikant ist.
Der Einsatz der MTA führt
also nachweislich zu einer Dämpfung der Fahrgeschwindigkeiten
- allerdings nur auf die Dauer des Einsatzes. Es sind also auch
andere Maßnahmen, die das überzogenen Geschwindigkeitsniveau
in Langenlois dämpfen, aus Gründen der Verkehrssicherheit
und des Umweltschutzes zu empfehlen.
Ergebnisse
der Befragung
Im Rahmen
der Verkehrssicherheitswoche "Verkehrssicheres Kamptal"
wurden Befragungen zu den Themen "Verkehrsgeschwindigkeit
allgemein", "persönliche Geschwindigkeit"
und "mobile Tempoanzeige" durchgeführt.
Von den befragten
Personen haben zwei Drittel das vorgeschriebene Tempolimit
eingehalten. Fast alle Personen (90%) sind der Meinung, dass
mobile Tempoanzeigen Autofahrer dazu bewergen, langsamer zu fahren.
Als wichtigste Gründe werden "Aufzeigen der eigenen
Geschwindigkeit", Angst vor Radarkontrolle" und "soziale
Kontrolle" genannt.
Als Gründen
nach der Frage, warum Tempoanzeigen die positive Wirkung verfehlen
könnten, nannten die Befragten vor allem "Ignoranz
/ Nichtbeachtung" und "keine strafrechtliche
Verfolgung".
Die strenge
Kontrolle der Tempolimits in Österreich wollen knapp
61% der Befragten. Die derzeitigen Tempolimits werden von den
befragten Personen im Durchschnitt als angemessen empfunden. Abweichungen
gab es bei Frage nach einem niedrigeren Tempolimit im Ortsgebiet:
20% der Befragten sprachen sich für Tempo-40 aus. Außerdem
plädierten 17% der befragten Personen für 150 km/h auf
der Autobahn und weitere 10% für keine Geschwindigkeitsbegrenzung.
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