|
Eignung
für ländliche und städtische Regionen
Die
Tester in Langenlois halten die Elektro-Zweiräder für
den Einsatz in größeren Städten besser geeignet
als für den Einsatz in ländlichen Gemeinden. 28% halten
die Fahrzeuge für Städte und 16% für ländliche
Gebiete "sehr gut geeignet" ("gut geeignet": Land: 61%,
Stadt: 52%).
Für
den "ländlichen" Einsatz wurden das "KTM-Rad" und das "AC
Power Bike" gut bewertet, für den städtischen Raum auch
der Roller "Road Runner 6.8".
Persönlicher
Nutzen eines Elektrorades
Zwar
stimmten 22% der Aussage "Ich könnte dieses Fahrzeug gut
gebrauchen" voll zu (22% "trifft voll zu", 31% "trifft
etwas zu"), aber nur 3% überlegen nach dem Test ernsthaft
die Anschaffung eines Elektrorades bzw. Elektrorollers (3%
"trifft voll zu",13% "trifft etwas zu").
Falls
es eine Förderung (ca. 20% des Kaufpreises) gäbe, würde
sich der Anteil der Kaufinteressenten auf ca. 9% erhöhen
(9% "trifft voll zu", 34% "trifft etwas zu").
Trotz
der überwiegend doch positiven Beurteilungen der Elektro-Zweiräder
zeigt sich eine gewisse Skepsis auch dadurch, dass nur 17% davon
überzeugt sind, dass sich diese Fahrzeuge in Zukunft durchsetzen
werden (17% "trifft voll zu", 50% "trifft etwas zu").
Technische
Beurteilung
Bedienung
/ Handhabung
Weder
die Bedienung der Fahrzeuge noch die des Ladegerätes machten
ernsthafte Probleme. 86% fanden die Bedienbarkeit des Fahrzeuges
OK (59% "sehr gut, 28% "gut"), 82% hatten auch mit der
Bedienung des Ladegerätes keine Schwierigkeiten (44% "sehr
gut", 38% "gut").
Fahrkomfort
3/4
der Tester waren mit dem Fahrkomfort (34% "sehr gut", 44% "gut")
und der Sitzqualität (38% "sehr gut", 38% "gut") zufrieden.
Spitzenreiter waren hier "KTM" und "Mercedes".
Fahrleistung
Mit
der Fahrgeschwindigkeit waren 59% der Tester zufrieden (28%
"sehr gut", 31% "gut"). Hier zeigten sich allerdings recht
große Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugen, wobei
"KTM" und "AC Power Bike" deutlich besser abschnitten. Bei einigen
Fahrzeugen wurde kritisiert, dass durch den Motor höhere
Fahrgeschwindigkeiten (mit Muskelkraftunterstützung) sogar
behindert werden.
Bei
der Steigfähigkeit, einem Kriterium, das in hügeligen
Gebieten besonders wichtig ist, zeigten sich rasch die Grenzen
der Elektroräder. Nur 10% der Tester waren mit der Steigfähigkeit
ihres Fahrzeuges sehr zufrieden (10% "sehr gut", 33% "gut").
Akzeptable Steigleistungen zeigten nur die Räder von "KTM"
und "AC Power Bike". Bei allen Elektro-Zweirädern steigt
der Energieverbrauch auf Steigungen dramatisch an und die Reichweite
reduziert sich auf Steigungen erheblich.
Reichweite
& Fahrbarkeit ohne Strom
Ein
nach wie vor großer Schwachpunkt der Elektrofahrzeuge ist
die geringe Reichweite bzw. Batteriekapazität, die sich außerdem
mit zunehmendem Alter des Akkus noch deutlich verringert, insbesondere
dann, wenn der Akku nicht richtig "gepflegt" wird. Gerade die
notwendige Sorgfalt bei der Behandlung des Akkus (Aufladen möglichst
erst nach vollständiger Entladung, Akkus nicht lange im entladenen
Zustand lagern, regelmäßige Lade-/Entladezyklen, Vermeidung
von Feuchtigkeit und Kälte, etc.) schränkt die Alltagstauglichkeit
im ländlichen Einsatz ein. Einige Akkus zeigten bereits nach
der relativ kurzen Testphase (2-3 Monate) deutliche Schwächen.
54%
waren mit der Reichweite weniger zufrieden (37%) oder unzufrieden
(17%). Gut wurden nur die Reichweiten der Elektroräder von
"KTM" und "AC Power Bike" beurteilt.
Nachdem
die Reichweite doch recht beschränkt ist, spielt die Fahrbarkeit
des Rades/Rollers ohne Strom, d.h. nur mit Muskelkraft, eine nicht
unbedeutende Rolle. 2/3 beurteilten dieses Kriterium bei ihren
Testfahrzeugen als weniger gut (32%) oder schlecht (36%). Nur
das "KTM-Rad" wurde hier als akzeptabel eingestuft.
Immerhin
lassen sich die meisten Testfahrzeuge im Falle eines erschöpften
Akkus aber ganz gut schieben (56% Zustimmung).
Beurteilung
der Fahrsicherheit
Die
Fahrsicherheit der Testfahrzeuge wurde insgesamt recht gut beurteilt
(25% "sehr gut", 50% "gut"). Besonders sicher fühlt
man sich auf den Elektrorädern von "Mercedes" und "AC Power
Bike". Auch für andere Verkehrsteilnehmer besteht durch die
Elektro-Zweiräder nach Meinung der Tester kein nennenswertes
Sicherheitsrisiko. Bei den Rollern ohne Blinker wurde einige Male
die geringe Fahrstabilität während des Handzeichen-Gebens
bemängelt.
Emotionale
Beurteilung / Image
36%
beurteilten die Optik der Testfahrzeuge "sehr gut" und 42% "gut".
Von der Eleganz des "Mercedes Hybrid-Bikes" waren die Tester besonders
angetan (Note 1,0). Auch die Roller gefielen gut (Note 1,5).
Fast
90% der Tester meinten, dass man mit diesen Fahrzeugen auffällt
(47% "trifft voll zu, 41% "trifft etwas zu"), am meisten
mit den Rollern und dem "AC Power Bike".
Gut
2/3 der Tester bemerkten das Interesse anderer Leute an dem Testfahrzeug,
die häufig Fragen zum Elektrorad bzw. -roller stellten. Besonderes
Interesse erregten die Roller und das "AC Power Bike".
Wahrscheinlich
aufgrund der hohen Auffälligkeit wurden die Elektro-Zweiräder
eher als für jüngere Leute geeignet eingestuft (31%
"trifft voll zu", 38% "trifft etwas zu") als für ältere
Leute (13% "trifft voll zu", 36% "trifft etwas zu"). Am
ehesten wurde das "KTM-Rad" als auch für ältere Personen
geeignet beurteilt.
78%
der Tester beurteilten die Elektro-Zweiräder als "modern-fortschrittlich",
trotzdem sind allerdings nur 17% davon überzeugt, dass sich
diese Fahrzeuge in Zukunft durchsetzen werden. Als besonders "modern-fortschrittlich"
wurden das "AC Power Bike", das "KTM-Rad" und auch die Elektroroller
beurteilt.
Als
"sportlich" gelten die Elektro-Zweiräder kaum (9% "trifft
zu", 31% "trifft etwas zu"), obwohl bei allen Elektrorädern
auch Muskelkraft eingesetzt wird. Als besonderer Vorteil der Elektroräder
gilt allgemein die gesunde, körperliche Bewegung ohne ins
Schwitzen zu kommen, wenn man z.B. in die Arbeit fährt.
Dass
sich andere über Elektroräder oder -roller lustig machen
könnten, wurde von den Testern kaum festgestellt (3% "trifft
voll zu", 16% "trifft etwas zu", 36% "trifft weniger zu", 44%
"trifft nicht zu"). Für Jugendliche könnte aber,
aufgrund des wenig sportlichen Images der Elektrofahrzeuge, durchaus
ein gewisses Identifikationsproblem entstehen. Die Elektroradhersteller
wirken dem aber durch futuristische Designs entgegen. Außerdem
sind manche Elektroräder (z.B. "KTM") kaum als solche zu
erkennen.
Die
Tester waren auch durchwegs nicht der Meinung, dass es manchmal
peinlich sein könnte, mit einem Elektro-Zweirad gesehen zu
werden (0% "trifft voll zu", 3% "trifft etwas zu", 13% "trifft
weniger zu", 84% "trifft nicht zu").
Zusatzfrage:
Möglichkeit des Transportes im Auto
Für
9% der Tester wäre die Transportmöglichkeit des Elektro-Zweirades
im Auto ein wichtiges Kriterium (9% "trifft voll zu", 38% "trifft
etwas zu", 22% "trifft weniger zu", 31% "trifft nicht zu").
Resümee
Das
Konzept "Elektrorad" wäre größenordnungsmäßig
etwa für 3-5% der ländlichen Bevölkerung durchaus
eine interessante Mobilitätsalternative. Durch die - aus
Sicherheitsgründen natürlich sinnvolle - Helmpflicht
für Mopedfahrer, verlor dieses Fahrzeug für die ländliche
Bevölkerung erheblich an Bedeutung. Das Elektrorad schließt
nun die Lücke zwischen Fahrrad und Moped und ermöglicht
ein problemloses Fahren (bis 20km/h Höchstgeschwindigkeit
mit Motorunterstützung auch ohne Helm). Strecken bis gut
10km (z.B. Arbeitsweg) wären - bei günstiger Witterung
- mit dem Elektrorad gut zu bewältigen, ohne ins Schwitzen
zu kommen.
Diese
optimistische Perspektive wird allerdings durch die geringe Akku-Kapazität
(Gewichtsproblem) und die zu geringe Leistung für Bergstrecken
relativiert. Auch die notwendige korrekte "Behandlung" des Akkus
steht einer wirklichen Alltagstauglichkeit im ländlichen
Gebiet entgegen. Dem könnte beispielsweise durch ein jährliches
Akku-Austauschservice entgegengewirkt werden. Auch eine Verbesserung
der Akku-Technologie könnte hier noch einiges bewirken. Für
regelmäßige, genau kalkuliebare Fahrstrecken (z.B.
Arbeitsweg) in Verbindung mit einer gewissenhaften Akku-Wartung
wären aber auch die heutigen Elektroräder eine gute
Lösung. Im Rahmen des Projektes zeigte sich auch, dass Elektroräder
als Dienstfahrzeuge für Gemeindebedienstete gute Dienste
leisten könnten, wenn sich ein Mitarbeiter der korrekten
Wartung des Fahrzeuges annimmt.
Das
Testprojekt soll daher in Langenlois in der Form fortgesetzt werden,
dass ein bis zwei Elektroräder (voraussichtlich die Testsieger
"KTM", ein sogenanntes Pedelec und "AC Power Bike", ein selbstfahrendes
E-Rad) angeschafft und über einen Zeitraum von 2 Jahren im
Dienste der Gemeinde ("Verkehrspargemeinde!") getestet werden.
Links
zum Thema "Elektrorad":
http://www.oneworldweb.de/bsm/flotten.html
http://www.e-bike.ch/inhalt.htm
http://www.Elektro-Roller.de/
http://www.adimax.de/zweirad/pas/passhop/index.html
http://members.aon.at/kasbauer/
http://www.radwelt-online.de/schau/tests/e_biketest.htm
http://www.estelle.de/d/index.htm
http://www.estelle.de/d/html/030.html
http://home.t-online.de/home/vento.row/e-bike.htm
http://www.extraenergy.org/leistung/namsys.htm
http://www.electric-bicycle.co.il/
http://www.elobike.de/
http://www.energybike.de/
http://www.bicycles.de/
|