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Test von Elektrorädern

 


Mercedes-Elektrorad


Zwei KTM-Elektroräder als Dienstfahrzeuge der Gemeinde


Übergabe der Testräder


Elektroroller


Elektro-Liegerad (nicht im Test)


AC-Power Bike


KTM-Elektrorad

 

Der Test von Elektrorädern wurde im Sommer 2000 durchgeführt. Die Testfahrer konnten sich 14 Tage lang eines der sechs Elektroräder ausborgen. Jeder Tester füllte täglich ein Protokoll über Fahrtstrecken und Erfahrungen mit dem Rad aus. Bei Rückgabe des E-Rades wurde zusätzlich ein ausführlicher Fragebogen beantwortet..

Aufgrund der Testergebnisse, wonach Elektroräder gut als Dienstfahrzeuge für Gemeindemitarbeiter geeignet sind, wurdenvon der Stadtgemeinde Langenlois zwei Elektrorädern angekauft.

Ergebnisse der Studie:

Vorweg: Die Ergebnisse des Elektrorad-Tests sowie der parallel durchgeführten Evaluation des Projektes "Verkehrspargemeinde Langenlois" bestätigen die positiven Auswirkungen der Testaktion auf die Einstellungen zur Verkehrsmittelwahl.

Besonders interessant ist das (durch die Testaktion beabsichtigte) Ergebnis, dass 22% der Testfahrer durch das Fahren mit dem Elektrorad auch auf den Geschmack gekommen sind, wieder öfters mit dem "normalen" Fahrrad zu fahren (22% "trifft voll zu", 19% "trifft etwas zu"). 19% überlegen nach der Testerfahrung sogar, ein neues modernes "normales" Fahrrad (ohne Motor) zu kaufen (19% "trifft voll zu", 13% "trifft etwas zu").

Solcherart hat die Aktion "Langenlois testet Elektroräder" sicher einen nicht unbedeutenden Beitrag zum signifikanten Anstieg der mit dem Rad zurückgelegten Wege (1998: 3%, Ende 2000: 9%!) geleistet. 

Die Bekanntheit des Elektrorad-Tests lag Ende 1999 bei 83%. 
93% beurteilten diese Aktion sehr gut oder gut (sehr gut: 29%, gut: 64%).

Hauptsächliche Einsatzzwecke der Testfahrzeuge

88% der Testfahrer nutzten ihr Elektrorad bzw. ihren Elektroroller für Freizeitfahrten, 56% für Einkaufsfahrten. 47% für den Arbeitsweg, 13% für dienstliche Fahrten und 9% für andere Zwecke (Mehrfachnennungen waren möglich). 

Von den Testfahrern wurden - nach Eigeneinschätzung - während des Testzeitraumes im Durchschnitt ca. 20% der Autofahrten eingespart.

Zufriedenheit mit dem Testfahrzeug

68% waren mit ihrem Testfahrzeug zufrieden, davon allerdings nur 10% sehr zufrieden. 19% waren weniger zufrieden und 13% unzufrieden (Mittelwert auf der 4-stufigen Skala von 1= sehr gut bis 4=schlecht: 2,4).

Quellen für Kritik waren vor allem die geringe Steigfähigkeit und die geringe Reichweite (beide Kriterien waren nur bei "KTM" und "AC Power Bike" zufriedenstellend) sowie die mühsame Fahrbarkeit ohne Strom (nur bei "KTM" akzeptabel). Bei einigen Fahrzeugen (z.B. Roller) wurden auch das Handling und die Fahrsicherheit kritisiert. Die insgesamt besten Beurteilungen erhielten die Räder "KTM" (1,3) und "AC Power Bike" (1,8).

Eignung der Elektroräder für verschiedene Einsatzzwecke

Die Elektroräder bzw. -roller wurden von den Testern am ehesten für Fahrten vom und zum Arbeitsplatz als geeignet empfunden: 69% halten Elektroräder/-roller für ein sinnvolles Transportmittel für diesen Zweck (41% "sehr gut geeignet", 28% "gut geeignet"). Vor allem das leistungsstarke "AC Power Bike" wurde diesbezüglich sehr gut bewertet, aber auch der Elektroroller ("Road Runner 6.8") wurde von einigen Testern hier gut eingestuft. 

72% stuften die Testfahrzeuge als freizeittauglich ein: 31% finden die Fahrzeuge für Freizeitfahrten sehr gut und 41% gut geeignet. Das "KTM-Rad" wurde als besonders freizeittauglich eingestuft.

Jeweils ca. 60% halten Elektro-Zweiräder für dienstliche Fahrten, alltägliche Einkäufe und Pendlerfahrten (z.B. zum Bahnhof) geeignet (jeweils ca. 25% "sehr gut geeignet"). Das "KTM-Rad" und das "AC Power-Bike" wurden als sehr gute "Dienst- und Einkaufsfahrzeuge" eingestuft, für Pendlerfahrten scheint auch der leistungsstärkere Roller ("Road Runner 6.8") geeignet, der z.B. am Bahnhof leichter verstaut werden kann.

Eignung für ländliche und städtische Regionen

Die Tester in Langenlois halten die Elektro-Zweiräder für den Einsatz in größeren Städten besser geeignet als für den Einsatz in ländlichen Gemeinden. 28% halten die Fahrzeuge für Städte und 16% für ländliche Gebiete "sehr gut geeignet" ("gut geeignet": Land: 61%, Stadt: 52%).

Für den "ländlichen" Einsatz wurden das "KTM-Rad" und das "AC Power Bike" gut bewertet, für den städtischen Raum auch der Roller "Road Runner 6.8".

Persönlicher Nutzen eines Elektrorades

Zwar stimmten 22% der Aussage "Ich könnte dieses Fahrzeug gut gebrauchen" voll zu (22% "trifft voll zu", 31% "trifft etwas zu"), aber nur 3% überlegen nach dem Test ernsthaft die Anschaffung eines Elektrorades bzw. Elektrorollers (3% "trifft voll zu",13% "trifft etwas zu"). 

Falls es eine Förderung (ca. 20% des Kaufpreises) gäbe, würde sich der Anteil der Kaufinteressenten auf ca. 9% erhöhen (9% "trifft voll zu", 34% "trifft etwas zu").

Trotz der überwiegend doch positiven Beurteilungen der Elektro-Zweiräder zeigt sich eine gewisse Skepsis auch dadurch, dass nur 17% davon überzeugt sind, dass sich diese Fahrzeuge in Zukunft durchsetzen werden (17% "trifft voll zu", 50% "trifft etwas zu").

Technische Beurteilung

Bedienung / Handhabung

Weder die Bedienung der Fahrzeuge noch die des Ladegerätes machten ernsthafte Probleme. 86% fanden die Bedienbarkeit des Fahrzeuges OK (59% "sehr gut, 28% "gut"), 82% hatten auch mit der Bedienung des Ladegerätes keine Schwierigkeiten (44% "sehr gut", 38% "gut"). 

Fahrkomfort

3/4 der Tester waren mit dem Fahrkomfort (34% "sehr gut", 44% "gut") und der Sitzqualität (38% "sehr gut", 38% "gut") zufrieden. Spitzenreiter waren hier "KTM" und "Mercedes".

Fahrleistung

Mit der Fahrgeschwindigkeit waren 59% der Tester zufrieden (28% "sehr gut", 31% "gut"). Hier zeigten sich allerdings recht große Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugen, wobei "KTM" und "AC Power Bike" deutlich besser abschnitten. Bei einigen Fahrzeugen wurde kritisiert, dass durch den Motor höhere Fahrgeschwindigkeiten (mit Muskelkraftunterstützung) sogar behindert werden.

Bei der Steigfähigkeit, einem Kriterium, das in hügeligen Gebieten besonders wichtig ist, zeigten sich rasch die Grenzen der Elektroräder. Nur 10% der Tester waren mit der Steigfähigkeit ihres Fahrzeuges sehr zufrieden (10% "sehr gut", 33% "gut"). Akzeptable Steigleistungen zeigten nur die Räder von "KTM" und "AC Power Bike". Bei allen Elektro-Zweirädern steigt der Energieverbrauch auf Steigungen dramatisch an und die Reichweite reduziert sich auf Steigungen erheblich.

Reichweite & Fahrbarkeit ohne Strom

Ein nach wie vor großer Schwachpunkt der Elektrofahrzeuge ist die geringe Reichweite bzw. Batteriekapazität, die sich außerdem mit zunehmendem Alter des Akkus noch deutlich verringert, insbesondere dann, wenn der Akku nicht richtig "gepflegt" wird. Gerade die notwendige Sorgfalt bei der Behandlung des Akkus (Aufladen möglichst erst nach vollständiger Entladung, Akkus nicht lange im entladenen Zustand lagern, regelmäßige Lade-/Entladezyklen, Vermeidung von Feuchtigkeit und Kälte, etc.) schränkt die Alltagstauglichkeit im ländlichen Einsatz ein. Einige Akkus zeigten bereits nach der relativ kurzen Testphase (2-3 Monate) deutliche Schwächen.

54% waren mit der Reichweite weniger zufrieden (37%) oder unzufrieden (17%). Gut wurden nur die Reichweiten der Elektroräder von "KTM" und "AC Power Bike" beurteilt.
Nachdem die Reichweite doch recht beschränkt ist, spielt die Fahrbarkeit des Rades/Rollers ohne Strom, d.h. nur mit Muskelkraft, eine nicht unbedeutende Rolle. 2/3 beurteilten dieses Kriterium bei ihren Testfahrzeugen als weniger gut (32%) oder schlecht (36%). Nur das "KTM-Rad" wurde hier als akzeptabel eingestuft.
Immerhin lassen sich die meisten Testfahrzeuge im Falle eines erschöpften Akkus aber ganz gut schieben (56% Zustimmung).

Beurteilung der Fahrsicherheit

Die Fahrsicherheit der Testfahrzeuge wurde insgesamt recht gut beurteilt (25% "sehr gut", 50% "gut"). Besonders sicher fühlt man sich auf den Elektrorädern von "Mercedes" und "AC Power Bike". Auch für andere Verkehrsteilnehmer besteht durch die Elektro-Zweiräder nach Meinung der Tester kein nennenswertes Sicherheitsrisiko. Bei den Rollern ohne Blinker wurde einige Male die geringe Fahrstabilität während des Handzeichen-Gebens bemängelt.

Emotionale Beurteilung / Image

36% beurteilten die Optik der Testfahrzeuge "sehr gut" und 42% "gut". Von der Eleganz des "Mercedes Hybrid-Bikes" waren die Tester besonders angetan (Note 1,0). Auch die Roller gefielen gut (Note 1,5).

Fast 90% der Tester meinten, dass man mit diesen Fahrzeugen auffällt (47% "trifft voll zu, 41% "trifft etwas zu"), am meisten mit den Rollern und dem "AC Power Bike".

Gut 2/3 der Tester bemerkten das Interesse anderer Leute an dem Testfahrzeug, die häufig Fragen zum Elektrorad bzw. -roller stellten. Besonderes Interesse erregten die Roller und das "AC Power Bike".

Wahrscheinlich aufgrund der hohen Auffälligkeit wurden die Elektro-Zweiräder eher als für jüngere Leute geeignet eingestuft (31% "trifft voll zu", 38% "trifft etwas zu") als für ältere Leute (13% "trifft voll zu", 36% "trifft etwas zu"). Am ehesten wurde das "KTM-Rad" als auch für ältere Personen geeignet beurteilt.
78% der Tester beurteilten die Elektro-Zweiräder als "modern-fortschrittlich", trotzdem sind allerdings nur 17% davon überzeugt, dass sich diese Fahrzeuge in Zukunft durchsetzen werden. Als besonders "modern-fortschrittlich" wurden das "AC Power Bike", das "KTM-Rad" und auch die Elektroroller beurteilt.

Als "sportlich" gelten die Elektro-Zweiräder kaum (9% "trifft zu", 31% "trifft etwas zu"), obwohl bei allen Elektrorädern auch Muskelkraft eingesetzt wird. Als besonderer Vorteil der Elektroräder gilt allgemein die gesunde, körperliche Bewegung ohne ins Schwitzen zu kommen, wenn man z.B. in die Arbeit fährt.

Dass sich andere über Elektroräder oder -roller lustig machen könnten, wurde von den Testern kaum festgestellt (3% "trifft voll zu", 16% "trifft etwas zu", 36% "trifft weniger zu", 44% "trifft nicht zu"). Für Jugendliche könnte aber, aufgrund des wenig sportlichen Images der Elektrofahrzeuge, durchaus ein gewisses Identifikationsproblem entstehen. Die Elektroradhersteller wirken dem aber durch futuristische Designs entgegen. Außerdem sind manche Elektroräder (z.B. "KTM") kaum als solche zu erkennen.

Die Tester waren auch durchwegs nicht der Meinung, dass es manchmal peinlich sein könnte, mit einem Elektro-Zweirad gesehen zu werden (0% "trifft voll zu", 3% "trifft etwas zu", 13% "trifft weniger zu", 84% "trifft nicht zu").

Zusatzfrage: Möglichkeit des Transportes im Auto

Für 9% der Tester wäre die Transportmöglichkeit des Elektro-Zweirades im Auto ein wichtiges Kriterium (9% "trifft voll zu", 38% "trifft etwas zu", 22% "trifft weniger zu", 31% "trifft nicht zu").

Resümee

Das Konzept "Elektrorad" wäre größenordnungsmäßig etwa für 3-5% der ländlichen Bevölkerung durchaus eine interessante Mobilitätsalternative. Durch die - aus Sicherheitsgründen natürlich sinnvolle - Helmpflicht für Mopedfahrer, verlor dieses Fahrzeug für die ländliche Bevölkerung erheblich an Bedeutung. Das Elektrorad schließt nun die Lücke zwischen Fahrrad und Moped und ermöglicht ein problemloses Fahren (bis 20km/h Höchstgeschwindigkeit mit Motorunterstützung auch ohne Helm). Strecken bis gut 10km (z.B. Arbeitsweg) wären - bei günstiger Witterung - mit dem Elektrorad gut zu bewältigen, ohne ins Schwitzen zu kommen.

Diese optimistische Perspektive wird allerdings durch die geringe Akku-Kapazität (Gewichtsproblem) und die zu geringe Leistung für Bergstrecken relativiert. Auch die notwendige korrekte "Behandlung" des Akkus steht einer wirklichen Alltagstauglichkeit im ländlichen Gebiet entgegen. Dem könnte beispielsweise durch ein jährliches Akku-Austauschservice entgegengewirkt werden. Auch eine Verbesserung der Akku-Technologie könnte hier noch einiges bewirken. Für regelmäßige, genau kalkuliebare Fahrstrecken (z.B. Arbeitsweg) in Verbindung mit einer gewissenhaften Akku-Wartung wären aber auch die heutigen Elektroräder eine gute Lösung. Im Rahmen des Projektes zeigte sich auch, dass Elektroräder als Dienstfahrzeuge für Gemeindebedienstete gute Dienste leisten könnten, wenn sich ein Mitarbeiter der korrekten Wartung des Fahrzeuges annimmt.

Das Testprojekt soll daher in Langenlois in der Form fortgesetzt werden, dass ein bis zwei Elektroräder (voraussichtlich die Testsieger "KTM", ein sogenanntes Pedelec und "AC Power Bike", ein selbstfahrendes E-Rad) angeschafft und über einen Zeitraum von 2 Jahren im Dienste der Gemeinde ("Verkehrspargemeinde!") getestet werden.
 

Links zum Thema "Elektrorad":

http://www.oneworldweb.de/bsm/flotten.html
http://www.e-bike.ch/inhalt.htm
http://www.Elektro-Roller.de/

http://www.adimax.de/zweirad/pas/passhop/index.html
http://members.aon.at/kasbauer/
http://www.radwelt-online.de/schau/tests/e_biketest.htm
http://www.estelle.de/d/index.htm
http://www.estelle.de/d/html/030.html
http://home.t-online.de/home/vento.row/e-bike.htm
http://www.extraenergy.org/leistung/namsys.htm
http://www.electric-bicycle.co.il/
http://www.elobike.de/
http://www.energybike.de/
http://www.bicycles.de/